14.01.22

Bericht aus dem Freiwilligendienst in Ghana

Hi, für alle, die mich nicht kennen oder es noch nicht mitbekommen haben: Ich heiße Joana Bosse und bin 19 Jahre alt. Im Sommer 2021 habe ich erfolgreich die Schule nach 13 Jahren mit dem Abitur beendet und mich Mitte September mit zwei weiteren Abiturientinnen/Freiwilligen auf die Reise ins westafrikanische Ghana begeben

Hier wohne ich bei einer Gastfamilie in Damongo im Norden des Landes. Meinen Freiwilligen Dienst im Ausland absolviere ich in einem KidsClub der Gemeinde Vorort. Hierbei geht es hauptsächlich darum, die Kinder nach einem anstrengenden und warmen Schulvormittag ein wenig durch Spielen und Toben zu bespaßen. So viel zu den Rahmeninformationen…

Ich möchte nun ein wenig zusammenfassend berichten, was ich alles im ersten Quartal meines elfmonatigen Aufenthalts erleben konnte und durfte:

Als ich nach meinem ersten Flug in einem Passierflugzeug ausgestiegen bin, habe ich gleich den ersten Schock aufgrund des doch hohen Temperaturunterschiedes zwischen klimatisiertem Flugzeug und heißer Außentemperatur sowie anderer Luftfeuchtigkeitswerte erlebt. Da es zu dem Zeitpunkt schon dunkel und ich aufgrund eines anstrengenden Tages sehr müde war, konnte ich die ersten Eindrücke erst so richtig in den Folgetagen sammeln: Offensichtlich sieht die Gegend zunächst einmal ganz anders im Vergleich zur Heimat Deutschland aus. Die Geräusche und vor allem den menschengemachten Lärm besonders in den Großstädten habe ich als viel mehr, lauter und penetranter wahrgenommen. Außerdem die vielen super intensiven, gewöhnungsbedürftigen und für mich anfänglich etwas unangenehmen Gerüche besonders auf dem Zentralmarkt in Kumasi, wo der Geruch von rohem Fleisch und Fisch aber auch anderen Lebensmitteln mit eigenen super intensiven Aromen dominiert hat, und zuletzt die ersten Mahlzeiten, die noch relativ ähnlich zu deutschen Gerichten, dadurch dass eben auch gelegentlich mit zum Beispiel Reis gekocht wird, aber trotzdem neu für mich waren.

In meinem neuen Zuhause für ein Jahr Damongo bin ich erst einige Tage später nach einer siebenstündigen Busfahrt angekommen. Herzlichst wurde ich von drei meiner Gastbrüder und Dada (also meinem Gastvater) empfangen und abgeholt. Die ersten Tage in Damongo habe ich erstmal damit verbracht, alle kennenzulernen und die Konstellationen sowie Beziehungen untereinander zu verstehen. Denn hier wohnen nicht nur Eltern und deren Kinder in einem Haus, sondern auch Cousinen und Cousins oder Kinder von Freunden sowie Freunde von Freunden usw.

Wie ich es zu Beginn schon beschrieben hatte, ist meine vorgesehene Arbeit der KidsClub. Da dieser aber aufgrund der Corona-Pandemie seit Beginn des Jahres 2020 geschlossen war, besteht meine Aufgabe erstmal darin, die Räumlichkeiten zu säubern und die Spielsachen zu sortieren. Diese Arbeit konnte jedoch erst vor kurzem aufgrund verschiedenster Komplikationen aufgenommen werden. In der Zwischenzeit habe ich nach ca. zwei oder drei Wochen der Arbeitslosigkeit, dafür aber vielen tollen Abenteuern in Daboya, Tamale, Sunyani, Kumasi oder auf dem Damba Festival (mit traditioneller Kleidung und Musik) dann in der St. Anne’s Primary School angefangen.

Direkt zu Beginn durfte ich auch schon Freundschaften mit den Kakerlaken oder anderen abstoßenden Insekten knüpfen. Mittlerweile habe ich mich an die Tatsache, mit Kakerlaken zu duschen und andere Insekten unter meinem Bett und Schrank zu finden, gewöhnt.

Im Übrigen habe ich schon viele wichtiger alltäglicher Orte kennengelernt: Den Samstags-Markt in Damongo, die Kirche St. Anne’s Cathedral, Bank und Post sowieso, aber auch viele umliegende sehenswürdige Orte wie den „Mole National Park“. In diesem Nationalpark, der nur eine kurze Autofahrt von Damongo entfernt ist, kann man als Besucher in Form einer Safari Antilopen, Affen, tropische Vögel, Warzenschweine, Krokodile und Elefanten beobachten, die dort beheimatet sind.

Zusammenfassend möchte ich aber nochmal betonen, dass mir Ghana und explizit meine Stelle in Damongo sowie die Gastfamilie super gut gefallen, auch wenn anfänglich nicht alles nach Plan gelaufen ist. Aus diesem Grund freue ich mich schon besonders auf das bevorstehende Weihnachtsfest und darauf, kennenzulernen, wie derartige Feste gefeiert werden.

 

Das erste Foto zeigt den  Wochenmarkt jeden Samstag in Damongo. Verkauft wird hier alles von Lebensmitteln über Drogerieprodukte bis hin zu Kleidung.

Das zweite Foto entstand, bevor wir zum Damba Festival gefahren sind. Mein Gastbruder Stephen und ich tragen hier die traditionelle Kleidung, einen „Smock“. Vermehrt werden diese von männlichen Personen getragen, aber auch Frauenmodelle gibt es. Wir tragen hier einen sogenannten „heavy Smock“. Er besteht aus handgewebten Streifen, den sogenannten „Strip Cloths“. Diese wiederum bestehen aus einer Mischung gefärbter und ungefärbter Baumwolle. Die Streifen werden dann von Hand oder maschinell zusammengenäht.