11.04.22

"80 000 Bienen und ein großes Hummelhaus"

NEUENKIRCHEN-VÖRDEN Innerhalb eines Jahres ist im Pfarrgartender St. Paulus-Kirche eine wunderschöne Naturoase entstanden. Initiatoren sind drei junge Vördener Familien.

Vom großen parkähnlichen Gelände hinter der St. Paulus Kirche sind die hinteren Areale mit einem niedrigen Staketenzaunabgeteilt.
Während das Gras davor weiterhin wöchentlich vom Rasenmäher bearbeitet wird, bleibt es dahinter naturbelassen.
Rund 1000 Quadratmeter Blühfläche haben Marita und Sven Viefhues, Dörthe und Henning Oltmann sowie Ina und Sven Rechtien zusammen mit ihren insgesamt neun Kindern angesät. Dazu haben sie aus Paletten und Dachpfannen zwei große Insektenhotels gebaut, die im vergangenen Jahr von den Kitas St. Elisabeth und St. Paulus mit diversem Nistmaterial bestückt wurden. Eine Benjeshecke, ein eingegrabener Baumstamm als Totholz-Lebensraum, vorgefertigte kleine Nistkästen für Insekten und zahlreiche bunte Vogelnistkästen finden sich auf dem Gelände außerdem. Neue Obstbäume wurden zusätzlich gepflanzt.


Original Vördener Honig: Sven Viefhues präsentiert die neueste Errungenschaft: zwei Bienenkästen, die vom Vördener VGH-Büro gesponsert und von den Kitas bunt
verziertwurden. Die Imkerin Claudia von Garrel aus Damme wird hier in einigen Wochen zwei Bienenvölker einsetzen.
Das Leben in der Wabe lässt sich hinter einer Holzklappe und Glasscheibe beobachten. Und imSommer können die Vördener Familien gestalten Naturlehrpfad bei St. Paulus
Sven Viefhues (oben, links) und Henning Oltmann zeigen einige Elemente der neuen Naturoase. Fotos: Ilona Ebenthal

Kinder sogar dabei helfen, den „Original Vördener Honig“ von den rund 80 000 Bienen zu schleudern. Imkeranzüge für die Kleinen sind imBudget von rund 10 000 Euro übrigens inklusive. Das Fördergeld der Bingo-Umweltstiftung hat die Umsetzung der Idee eines Naturlehrpfads erstmöglich gemacht.
Hummelhaus: Die auffälligste Station im Pfarrgarten ist übrigens eine nagelneue drei mal drei Meter große Holzhütteohne Fenster– das Hummelhaus. Im dunklenInneren
lässt sich unter zwei Klappen die Aufzucht des Hummelnachwuchses beobachten. Sven Viefhues nutzt dazu eine Taschenlampe mit Rotlicht, welches die Tiere nicht wahrnehmen können. Seitlich an der Hütte sind zwei Einfluglöcher, markiert durch pinkfarbene Holzklötze. Darunter ein mit Bruchsteinen umsäumtes kleines Beet, in dem Narzissen und Traubenhyazinthen blühen. 
Nichtnur einhübscher Anblick, sondern auch ein effektives Lockmittel für die brummenden Gäste. Beschilderung in Arbeit: Was jetzt noch fehlt, ist die Beschilderung der verschiedenen Stationen. Und damit auch die Kleinen der Kitas dieNatur verstehen lernen, können die Erzieherinnen zukünftig mit Handy und QR-Code Audio-Informationen abrufen. „Das soll der erste Schritt sein, die Kinder an die Natur heranzuführen“, sagtHenning Oltmann. „DieNatur soll sich hier selbstständig entwickeln“,
sagt er. Die drei Familienwollen zukünftig die Wege freihalten, einmal jährlich die Wiese mähen und die Nistkästen säubern. „Wenn das alles erstmal fertig ist, habenwir nicht mehr so viel Arbeit“, findet Sven Viefhues, der den Gesamtaufwand bisher mit 400 Arbeitsstunden einschätzt. Nicht eingerechnet die Planung und Beantragung der Fördergelder. Dass eine Menge Aufwand, für Konzepterstellung und Nachweisführung,heißt es.Doch das hat sich offensichtlich gelohnt. ieb

Quellenangabe: Bramscher Nachrichten/Ilona Ebenthal.