„Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“

Die deutschen Synodenteilnehmer: (V.l.n.r.) Aloys und Petra Buch, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof Dr. Heiner Koch, Abtpräses Jeremias Schröder OSB © KNA/Romano Siciliani

 

Unter diesem Thema hat Papst Franziskus vom 4. bis 25. Oktober 2015 zu einer Bischofssynode in Rom eingeladen.

Die Bischofssynode ist nicht entscheidungsbefugt und unterscheidet sich damit vom allgemeinen Konzil. Die Synode
unterstützt den Papst bei der Bewahrung der Einheit der Gesamtkirche durch gegenseitige Information und Beratung.

Schon im Vorfeld zur Familiensynode gab verschiedene Umfragen:
Dabei tritt deutlich in den Rückmeldungen der Gläubigen hervor, dass die Pastoral
sich stärker als bisher um eine Wegbegleitung von Eheleuten in ihren oft
sehr verschiedenen Lebenssituationen und Lebensphasen bemühen muss.

Dort, wo die Kirche als stärkend und unterstützend erlebt wird, wird sie auch außerordentlich
geschätzt – selbst nach vielen Krisen und Skandalen.
Werte, die mit Kirche verbunden werden:
Kirche wird geschätzt als Wertevermittlerin
• Toleranz (vor Gott sind alle gleich)
• Offenheit (hier darf jeder mitmachen)
• Zusammenhalt/Sicherheit/Gemeinschaft

Der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Wolfgang
Ehrenlechner wünscht sich eine Akzeptanz der weltweiten Unterschiede,
… „Einheit ist mehr als Einheitlichkeit“, betonte Ehrenlechner und ergänzt:
„Wir wünschen uns, dass die Kirche auch für junge Menschen wieder eine glaubwürdige
und wichtige Instanz der Wertevermittlung sein kann.
Darum erhoffen wir uns von der Synode, dass sie kulturelle Unterschiede zwischen den Ortskirchen
akzeptiert und in ihrem jeweiligen Kontext mehr auf das Gewissen der Gläubigen
statt auf die Vermittlung einzelner Verbotsnormen setzt.“

Die Berliner Eheberaterin Ute Eberl war 2014 bei Vorgesprächen zur Familiensynode
beteiligt: „Es war großartig. Und das lag vor allem daran, dass
der Papst gesagt hat: Hier soll frei und offen gesprochen werden und hier soll
einander zugehört werden. Dabei hat er sich selbst klugerweise zurückgehalten.

Die Vielfalt dessen, was die Kirchenvertreter aus aller Welt mitgebracht haben,
hätte nicht größer sein können.“

KNA: Jetzt stehen wir vor der nächsten Familiensynode. Wie sind Ihre Erwartungen?

Eberl: Ich habe die Synode nicht als theologisches Oberseminar erlebt. Und
auch die bevorstehende Synode ist überfordert, wenn sie sich mit allen Fragen
beschäftigt. Ich wünsche mir, dass der Geist von Papst Franziskus, dass seine Offenheit
viel Platz hat. So wie er sich einfach hinstellt und allen Eltern zuruft „Ihr
verdient den Nobelpreis, weil ihr es schafft in einem 24-Stunden Tag 48 Stunden
unterzubringen. Das schafft nur die Familie, das schafft kein Mathematiker“.
Er sieht die Menschen. Von dieser Perspektive müssen wir auch ausgehen.
Wir dürfen gespannt sein auf die Ergebnisse.

Einen erholsamen, gesegneten Sonntag
wünscht Ihnen und Euch
Angelika Kogge-Pelke – Gemeindereferentin –